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| Scheinwerfer 150 cm und 200 cm |
Im Ersten Weltkrieg wurden bereits 1917 im Luftschutz eingesetzten Scheinwerferbedienungen aus der Pioniertruppe heraus gelöst und der inzwischen zur selbstständigen Waffengattung erhobenen Flak zugeteilt. Die Bedienungsmannschaften waren nun ebenfalls Kanoniere. Sie erhielten teilweise die bereits bei der Marine eingeführten 110 cm und 200 cm Scheinwerfer.Nach dem Krieg wurde die Weiterentwicklung auch dieser Geräte zunächst unterbrochen. Etwa um 1927 setzten geheime versuche mit verbesserten Scheinwerfern ein. Nach der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und der Aufstellung selbstständiger Flakeinheiten innerhalb der Luftwaffe, gehörte zu einer Flakabteilung in der Regel als 5. Batterie eine Scheinwerferbatterie mit 110 cm Scheinwerfern. Diese wurden ab 1937 nach und nach durch neue leistungstärkere 150 cm Scheinwerfer 34 ersetzt. Dei im spanischen Bürgerkrieg gemachten Erfahrungen beim Einsatz der Kanonenbatterien hatten gezeigt, dass es zweckmäßig sei, die Scheinwerferbatterien aus den Abteilungen der Kanonenbatterien herauszulösen. Es kam daher zur Aufstellung reiner Scheinwerferabteilungen als III. Abteilung in einem Flakregiment, die als Spezialeinheiten für den Nachteinsatz vorgesehen waren. Ihre Ausrüstung bestand bei kriegsausbruch aus 150 cm Flakscheinwerfern 34 oder 37 mit Dunkelsuchgerät 40. Jede Batterie hatte neun dieser Scheinwerfer und neun Ringtrichter-Richtungshörer. Diese Anzahl vergrößerte sich im Laufe des Krieges auf 16 Scheinwerfer je Batterie. Die Bedeutung der Scheinwerfer, die vor dem Krieg ein wenig vernachlässigt worden war, stieg von der Zeit an, als der Engländer seine Angriffe vom tag wegen zu hoher Verluste auf die Nacht verlegte. De Kommandogeräte der schweren Flak konnten die Schusswerte für die Geschütze nur ermitteln, nach dem sie mit Hilfe des Raumbild-Entfernungsmessers das Ziel optisch erfasst hatten. Scheinwerfer- und Kanonenbatterien mussten gemeinsam so eingesetzt werden, dass die Flugziele von der Flak noch vor deren Reichweite optisch erfasst und angemseen werden konnten, um eine frühe Feuereröffnung zu ermöglichen. Bei günstigen atmosphärischen Verhältnissen betrug die Leuchtweite etwa 12.000 m in der Waagerechten und etwa 15.000 m bei 90° Erhöhung. Ausgerüstet war der Flakscheinwerfer 150 cm 37 mit einer selbst regelnden Invert-Hochleistungslampe und einem Glas-Parabolspiegel von 150 cm Durchmesser und 650 mm Brennweite. Die Lichtstärke betrug 1200 Hefner Kerzen, das war die Leuchtstärke von 1,2 Milliarden genormter Amylazetat-Dochtlampen. Der dafür erforderliche Strom wurde mit einem fahrbaren Maschinensatz 110 V, etwa 24 kW 33 oder 37 erzeugt. Sowohl der Scheinwerfer als auch der Maschinensatz waren mit je einem zwei achsigen Sonderhänger 104 fahrbereit. 1940/41 wurden zahlreiche Scheinwerfer von der Flak abgezogen und in einem breiten Gürtel vor dem Ruhrgebiet für die helle Nachtjagd in Stellung gebracht. Diese fehlten nun natürlich der Flak. Der Einsatz der Scheinwerfer war bei nebel, Dunst und wolkigem Wetter unbefriedigend, wenn nicht sogar unmöglich, so dass Nachtjäger und Flak bei einer derartigen Wetterlage kaum befriedigende Abwehrerfolge verbuchen konnten. Dies änderte sich erst nach Einführung von Funk-Messgeräten. Dennoch konnte bis zum Ende des Krieges aus den bereits genannten Gründen weder auf die Scheinwerfer noch auf die mit ihnen gekoppelten RRH verzichtet werden.Auch die leistungsstärksten 200 cm Scheinwerfer 40 A, 40 B und 43 mit dem Dunkelsuchgerät waren bei ihrem Einsatz von den Witterungsverhältnissen abhängig. Oft war ein 200 cm Scheinwerfer in einem Zug als Lichtscheinwerfer an ein FuMG angeschlossen, von dem die Messwerte zum Ziel durch das Übertragungsgerät 37 an den Scheinwerfer übertragen wurden und der somit auf das Ziel eingewiesen wurde. Die Lampe des 200 cm-Flakscheinwerfers war eine selbst regelnde Invert-Hochleistungs-Gleichstromlampe, bei der der Vorschub der Kohle selbsttätig erfolgte. "Invert" heißt, dass die Lampe umgekehrt, also hängend im Scheinwerfergehäuse angebracht war. Dadurch zeigte die Flamme des Lichtbogens im Scheinwerferstrahl nach links oben, wodurch die Beobachtung des Zieles begünstigt und die Beleuchtung des Vorfeldes vermindert werden sollte. Die Stromstärke betrug 450 A, die Lampenspannung 100 V. Fahrbar war der 200 cm Scheinwerfer und der zugehörige Maschinensatz 60 kW mit je einem zweiachsigen Sonderanhänger 204. Der verbesserte 200 cm Flak-Sw 43 und der stärkere Maschinensatz 120 kW wurden je einem zweiachsigen Sonderanhänger 206 fahrbar gemacht. Nach Angaben des Generalquartiermeisters der Luftwaffe vom August 1944 betrug die Zahl der eingesetzten Flak-Scheinwerfer: 150 cm Scheinwerfer 5675 (v) 1636 (o) total: 7311 200 cm Flak-Scheinwerfer total: 2262 Kommentare (0)
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 27. Oktober 2009 um 20:31 Uhr |